Glossar

Erklärung wichtiger Begriffe im Zusammenhang mit dem Thema Patientenkompetenz und Selbsthilfe

Auditing: Begutachtung durch unabhängige Experten. Etwa im Rahmen der Studie SECOM: Es wird von Auditoren (= Prüfer) kontrolliert, ob die in der Studie SECOM vorgeschriebenen Standards der Behandlung und Dokumentation der Studienpatientinnen eingehalten werden (Qualitätskontrolle).

Empowerment: Die Befähigung, Ressourcen zur Selbsthilfe zu entdecken, zu stärken und zielgerichtet einzusetzen.

Empowerment-Support: Unterstützungen, die Patienten zur Entdeckung ihrer Ressourcen angeboten werden können.

Ethische Begutachtung:  Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass klinische Studien von einer Ethikkommission begutachtet werden. Eine solche Studie darf erst beginnen, wenn ein positives Ethikvotum vorliegt. Diese Massnahme dient dem Patientenschutz.

Klinische Studien: Es handelt sich dabei um Forschungsprojekte unter Beteiligung von Patienten mit dem Ziel zu prüfen, welchen Fortschritt bestimmte neue Massnahmen bewirken. Zum Beispiel die Erprobung neuer Medikamente, oder bei SECOM die Bestimmung des Stellenwerts der sog. Selbstwirksamkeitserwartung.

Komplementärmedizin: Alle Massnahmen, Mittel oder Verfahren, die ein Patient nutzen möchte, um seine Kräfte oder sein Bemühen zur Abwehr bedrohlicher Umstände zu unterstützen. Bei Krebs ist die Komplementärmedizin keine Alternative zur schulmedizinischen Tumortherapie! Sie ist eine Medizin der Mittel zur Selbsthilfe. Es gibt sinnvolle und wirksame Möglichkeiten in der Komplementärmedizin, zum Beispiel körperliche Aktivität, Entspannungstechniken, bestimmte Heilpflanzen oder Mikronährstoffe. Es gibt aber auch schädliche Verfahren oder solche Mittel, die mit den Mitteln der Tumortherapie nicht vereinbar sind! Deswegen immer dem Arzt besprechen, was komplementärmedizinisch sinn voll und verantwortbar ist.

Mikronährstoffe (MnSt): Sammelbegriff für Spurenelemente, Mineralstoffe, Vitamine und dgl. Bei Krebs kann es immer wieder einmal Mangelerscheinungen an MnSt geben. Oder in vielen Fällen können Nebenwirkungen der Tumortherapie durch die Gabe von MnSt verhütet oder gemildert werden. Die richtige Substitution mit MnSt erfordert ärztliche Beratung.

Onkologie: Die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit Krebserkrankungen befasst. Internistische Onkologie: Schwerpunkt medikamentöse Krebstherapie; Radioonkologie: Schwerpunkt Krebsbestrahlung; Psychoonkologie: Schwerpunkt psychische Aspekte der Erkrankung; palliative Onkologie: Schwerpunkt Behandlung von Folgeerscheinungen der Erkrankung, wie Schmerzen etc.

Patientenkompetenz: Von Krebspatienten stammen folgende Aussagen: „Patientenkompetenz ist die Fähigkeit, mit und trotz einer Erkrankung normal zu leben“. „Die Normalität meines Lebens wird nicht durch eine Statistik definiert – ich definiere selbst, was meine persönliche Normalität ist“. „Es gab ein normales Leben vor der Erkrankung. Und jetzt hat sich nach der Erkrankung eine neue Normalität eingestellt“. „Ich musste meine neue Lebenssituation annehmen, erst dann konnte ich mein Leben wieder neu gestalten“.

Prognose:  Voraussage dessen, was kommen wird. In der Medizin Krankheitsprognose: Die Einschätzung des mutmasslichen Krankheitsverlaufs. Verbesserung der Prognose: Günstige Beeinflussung des Heilungsverlaufs.

Prognosefaktoren:  Faktoren, die sich bekanntermassen positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken, wie zum Beispiel: Die Krebstherapie (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) oder Tumoreigenschaften (etwa Rezeptorstatus) oder körperliche Bewegung etc.

Ressourcen: Kraftquellen, Hilfsmittel, Abwehrmechanismen oder Strategien, die einem Menschen zum Umgang mit Herausforderungen zur Verfügung stehen.

Rezeptorstatus: Rezeptoren sind am Tumor sitzende Andockstellen für körpereigene Signalstoffe, wie zum Beispiel Hormone (Östrogenrezeptor etc.) aber auch für bestimmte Krebstherapien, zum Beispiel Antikörper. Die Summe der bestimmbaren Rezeptoren macht den Rezeptorstatus aus.

SECOM: Eine zur Zeit von der Stiftung Patientenkompetenz finanziell unterstützte klinische Studie zur Frage, ob durch Förderung der Selbstwirksamkeitserwartung der Verlauf von Brustkrebs günstig beeinflusst werden kann.

Selbstwirksamkeitserwartung: Die Überzeugung, auf herausfordernde Lebensereignisse selbst wirksam Einfluss nehmen zu können. Dazu gehört in der Regel auch das Bewusstsein, über welche Ressourcen man zur Bewältigung einer Situation, Krise oder Krankheit verfügt.

Stiftung Patientenkompetenz
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